Einige Betrachtungen zum Einstieg für den Empfang des Satelliten HailSat 2

 

Das LNB siehe Bild 1

Ich verwende nur Twin LNBs. Diese haben den Vorteil eines zweiten F-Anschlusses. Diesen kann man (später) für viele andere Zwecke nutzen (OCXO, externer Oszillator mit GPS).

Die im Bild 1 gezeigten Typen kann man äußerlich nicht unterscheiden. Sofern der Händler die LNBs nicht umgepackt hat, ist der linke der viel Bessere.

Im 10 GHz Eingang hat er eine GasFet Verstärkerstufe mehr. Es besitzt im Gegensatz zum rechten LNB kein Filter das den Fernsehbereich über 10,7 GHz durchlässt. Der Amateurfunk-

bereich ist unter 10,7 GHz !!! Da gibt es schon Probleme mit der Durchlasskurve.

Amateurfunkfrequenzen sind 10368 MHz (zum Beispiel 10368,890 MHz vom Keilberg in JO60LJ) für terrestrischen Funk und 10489,550 MHz bis 10489,800 MHz für HailSat 2.

 

Ein einfacher RX (auch gut für Portabelbetrieb) siehe Bild 2

Es wird kein Spiegel verwendet!!!

Links der USB Stick, wegen seiner großen Störstrahlung im Blechgehäuse. Aber es geht auch erst mal ohne Gehäuse. Es gehen alle Sticks, da nur das ZF Signal vom LNB verarbeitet wird.

Unten die 12 Volt Stromversorgung. Es werden etwa 140mA für das LNB gebraucht.

Auf dem Akku oben die Einspeiseweiche. Diese aber in einem abgeschirmten Gehäuse.

Sie enthält nur einen Kondensator, eine Drossel und die Buchsen. Evtl. noch eine Diode in Flussrichtung. Rechts am LNB erst mal alles original lassen. Also 2x F-Anschlüsse.

Mit dieser Anordnung erst mal horizontale Baken auf 10 GHz empfangen um den Oszillator zu kalibrieren.

Bakenfrequenzen unter http://dl0tud.tu-dresden.de/beacons/ , dort bei DG0EW suchen.

SDR Programm siehe cq-DL 11-2012 Seite 780.

Einstellung der Oszillatorfrequenz im Programm:

Erst mal 9750 MHz wie folgt eingeben 9.750.000.000 und Hagen bei Shift.

Oben die Empfangsfrequenz z.B. 010.368.890.000 für die Bake OK0EKL, Keilberg, JO60LJ eingeben. Da jedes LNB eine Oszillatorfrequenz-Abweichung hat, muss der Wert korrigiert werden. Dieser Wert ist bei dem noch nicht umgebauten PLL-LNB sehr temperaturabhängig.

Also eine konstante Temperatur und möglichst LNB wenig anfassen.

Mit dieser Anordnung (ohne Spiegel) ist vom Bärenstein die 10 GHz Bake in Prag gut zu hören. Polarisation horizontal = bei 12V LNB-Anschlüsse nach unten. Freie Sicht nach SO.

Unter „Einstellungen“ gibt es noch eine Möglichkeit zum Eichen, die ich aber nicht nutze.

 

Empfang der beiden TV Baken von HailSat 2

Hier wird bei mir ein drehbarer 60cm Offset-Spiegel benutzt. Der dreht sich mit allen anderen Antennen.

Im Bild 3 ist das Signal auf 10706 MHz zu sehen. Ein zweites Bakensignal ist auf 11205 MHz.

Im Bild 4 ist die abweichende Oszillatorfrequenz zu sehen.

Bei mir ist das Quarz auf 60 Grad (OCXO) geheizt und die Frequenzabweichung sehr gering.

Die Abweichung im Bild 4 ist bei mir fast konstant und muss nur zwischen Sommer und Winter korrigiert werden.

Im Bild 5 ist die Azimut-Richtung zum Empfang der beiden Signale zu sehen.

Im Bild 6 ist die Elevations-Richtung zu sehen. Kleine Winkelabweichungen und die Signale sind nicht empfangbar.

 

Im Bild 7 ist der Pegel von OK0EKL (10368,890 MHz) zu sehen. Nach dem Spiegel mit LNB folgen 50 Meter Zuleitung und ein Eigenbaukonverter, der die 10 GHz ZF-Signale ins 23cm Band umsetzt. Zum Keilberg habe ich keinerlei Sichtverbindung.

 

Hinweis zu den beiden Signalen von HailSat 2: Beide Signale (10706 und 11205 MHz) kommen vom Satelliten weder horizontal noch vertikal. Sie sind zirkular.

Das bedeutet, man kann das LNB in den Spiegel einbauen wie man will.

Für den späteren Amateurfunkbetrieb im Schmalbandsegment des Satelliten ist allerdings eine vertikale Polarisation vorgegeben.

Da die Feldstärke der kommerziellen Bake auf 10706 MHz sehr hoch ist, habe ich nur mit LNB, also ohne Spiegel, getestet. Dachfenster in SO-Richtung auf und das Signal war da.

Wenn auch wesentlich schwächer als mit Spiegel.

Die Richtung ist nicht kritisch, da das LNB alleine einen sehr großen Öffnungswinkel hat.

Auch ist ohne Sichtverbindung die Keilbergbake auf 10 GHz schwach hörbar und das mit der Anordnung nach Bild 2.

 

Viel Erfolg und positive Rückmeldung auf dem Annaberger Hauskanal S11 (145,275 MHz).

 

73 von Walter, DG0EW

Digitale Modes - für experimentierfreudige OM's

Als ich neulich ein QSO mit einem OM aus Baden-Württemberg führte, teilte er mir mit, er interessiere sich schon für die digitalen Modes, aber er wüsste nicht, was er alles so einstellen sollte, dass er ein PSK-QSO führen könnte.

Eigentlich ist es wirklich nicht leicht und man muss sehr vieles bedenken und am PC einstellen, bis es funktioniert. Ich werde mal einen Versuch starten, einige Hilfen für die Digimodes zu geben. Ich werde dann mal nachfragen, ob es zu kompliziert war oder verständlich. Dann kann man die Reihe fortsetzen.

Verbindung des TRX mit einem PC

Digitale Programme wie MixW, HRD oder WSJT-X benötigen einen PC. Sie werden mit der Computermaus gesteuert und übernehmen nach erfolgreicher Einstellung das Kommando über den Transceiver. Keine Angst fast alle Digimodes arbeiten mit LP -

meist weniger als 40W- der TRX wird keinen Schaden nehmen.

Fast jeder TRX lässt sich mit dem PC verbinden und steuern, egal ob es sich um einen YAESU, Kenwood oder ICOM handelt.

 

Handbuch des TRX- welche Anschlüsse sind vorhanden ?

Ich weiß, dass es allerhand Geduld abverlangt. Die digitalen Programme arbeiten fast alle mit der Soundkarte des PC zusammen. Man kann also den TRX von einem Audioausgang oder einem ACC-Ausgang mit dem PC verbinden. Ältere TRX benötigen

für die Verbindung ein Interface. Da muss man sich mal im Internet umhören, welches für seinen TRX gut geeignet ist. Will man die sogenannte CAT-Steuerung ( also wichtige

Funktionen wie Frequenz oder PTT) realisieren, benötigt man ein Interface für den ACC-Ausgang. Für jeden TRX gibt es dazu einen besonderen Stecker. Kauft man z.B das beliebte Interface SignalLink USB (zu haben bei QRP-Projekt Berlin), dann muss man für seinen TRX sogar noch eine paar Jumperdrähte nach sehr guter Beschreibung einsetzen- aber unser Hobby wird ja immer als experimentelles Hobby bezeichnet.

Bei moderneren TRX wie dem Kennwood TS 590 oder den modernen ICOM-Trx ist ein USB-Anschluss

am TRX vorhanden- in diesem Fall benötigt man kein Interface mehr. Man sollte aber das USB-Verbindungskabel etwas schützen, damit keine HF in den PC eindringen kann.

Mit etwas teueren Geräten wie RIG-Expert kann man dann auch noch einige zusätzliche Einstellungen vornehmen und die Interfaces sind meist mit einem Optokoppler ausgestattet, der HF-Eindringen deutlich erschwert.

DeR Transceiver benötigt einen Virtulellen Port

Viele Programme benötigen einen sogenannten virtuellen Port, damit die Software den TRX steuern kann. Nun muss man wirklich sehr aufmerksam auf den Herstellerseiten

seines TRX suchen. Man findet die sogenannte Treibersoftware meist unter Support und Downloads. Aber aufpassen- das Windowsprogramm ist eine Hu....., es benötigt genau den richtigen Treiber. Also bitte nachschauen, ob man auch den Treiber für WIN 10 installiert hat. Man kann es aber sehr gut überprüfen. Bei Kennwood heißt der Treiber Silicon Labs CP210X USB to UART Bridge. Übersetzt man das Wort Bridge wörtlich- ist es die Brücke zum PC. Also nach dem Download installieren- meist git es ein kleines SET-UP-Programm. Dann in WIN Systemsteuerung den Gerätemanager öffnen und bei Audiogeräten nachschauen. Da muss der Teiber drinstehen und auch ein COM-Port. Bitte die Nummer dieses COM-Ports aufschreiben, denn die wird noch gebraucht.

Software herunterladen z.b.FLDIGI

Software gibt es reichlich. Man kann alles ausprobieren und nimmt dann das Programm, welches uns am meisten zusagt. Ich werde jetzt das Programm FLDIGI beschreiben. Warum? Nun es ist recht einfach zu bedienen, die Einstellungen sind überschaubar, es ist ein kostenloses Programm und es wird ständig erneuert.

Ja und so sieht es dann aus, wenn man das Programm geöffnet hat. Oben sieht man schon mal die Frequenz ziemlich groß. Wenn alles richtig eingestellt ist, muss die Frequenz, die hier angezeigt wird, mit der Frequenz des TRX übereinstimmen.

Links erscheinen alle aktiven Stationen in dem Band ( für PSK ist die Frequenz auf 20 m die 14070 kHz) In der Mitte sieht man dann alle Informationen, die bei einem QSO ausgetauscht werden. Unten gibt es ein Wasserfalldiagramm mit den Balken, das sind die arbeitenden Stationen. Darüber gibt es eine Befehlsleiste. Dazu später mehr.

Natürlich muss ich meinen Namen, mein Calsign, mein QTH und meinen Locator eingeben.

Programmeinstellungen

Ja leider muss auch im Programm einiges eingestellt werden, es soll ja für den YAESU, den Kenwood oder den ICOM funktionieren.

 

Beginnen wir mal mal mit der Konfiguration. Configure bei Options.

Da gib es oben in der Leiste Audio. Weiter unten steht Port-Audio- Häkchen setzen.

Meist steht in den Feldern die normale Computer-Soundkarte drin. Klickt man auf die Pfeile, findet man aber hier die Audiotreiber für seinen TRX. Hier ist es DAX-Audio.

Das kann aber auch Audio-Codec heißen. Diese Audiotreiber müssen da drin stehen.

Unten gibt es ein Apply - was so heißt : Übernehmen.

Oben gibt es dann in der Überschrift RIG- also die Station. Vorhin habe ich beschrieben, mal soll sich den virtuellen COM-Port aufschreiben. Der muss nun hier eingetragen werden. Wenn alles richtig ist, steht er in der Liste. Dann noch ein paar Häkchen.

Die Befehle DTR und RTS werden für die PTT-Steuerung benötigt. Initialisieren. Save und Close.

Bei manchen TRX ist das Häkchen für separate Port nicht zielführend.

Nun rein in RigCAT. Ein wichtiges Einstellungsfenster. Alles so einstellen wie durch die Pfeile angedeutet. Bei Baud-Rate steht bei mir 9600. Das könnte bei ICOM anders sein oder bei Kenwood. Hier müsst Ihr in dem Set-Up-Menü Eures TRX nachschauen, welche Baudrate eingestellt ist. Die Baudrate von 9600 ist für FLDigi völlig ausreichend.

Jetzt kommt noch etwas ganz Wichtiges. Oben gib es ein sogenanntes Rig-Description-File. Die Endung des Dateinamens ist: xml. Ihr findet diese kleine Datei unter http://www.w1hkj.com/xml/archives.html. Diese Datei auf den PC speichern und dann bei Öffnen Open eintragen. Z.B.TS590.xml

 

Arbeiten mit FLDIGI

Bei den Modes muss man nun erst mal den gewünschten wählen. Beginnen wir bei PSK 31. Oben suchen und bei PSK BPSK31 anklicken (ist in der zweiten Reihe).

Unten sind das die dünnen Balken (Bandbreite 31 Hz). Links im Feld laufen die Aktivitäten. Möchte ich eine Station arbeiten, dann dort auf den Text klicken oder unten auf einen Balken. Nun benötigt man ein wenig Geschick. Im Text der Station erscheint

das Callsign meist mehrfach. Mit der linken Maustaste im gelben Feld auf das Callsign klicken und schon steht es oben im QSO-Feld. Dann auf den Namen klicken und zuletzt auf das QTH- es steht nun alles wichtige drin - die Zeit, die genaue Frequenz und auch die wichtigen Daten der Station wie Name oder QTH. Neben dem QTH-Feld links kann das QSO gespeichert werden. Es wird dann in das Logbuch übertragen.

Das Logbuch kann man natürlich zu jeder Zeit einsehen und in verschiedenen Formen z.B. ADIF exportieren.

DAS QSO - Makros

Unten auf der Leiste wird nun das QSO und geführt und auch vorbereitet.  Zum Aussenden verwendet man die linke Maustaste zum Programmieren die rechte. Drückt man die rechte Maustaste, geht ein weiteres Fenster auf.

Das erste "grüne" Fenster hat den Namen CQ. Rechts ist eine kleine Tabelle mit Befehlen, die das Programm dann ausführt. Vor allem muss es die PTT betätigen.

Oben steht der Befehl TX. Mit dem kleinen grünen Pfeil in der Mitte holt man ihn in das QSO-Feld. Um die Aussendung zu beenden, benötigt man den Befehl RX.

Der TRX beendet seine Aussendung. In der Mitte steht dan der auszusendende Text CQ CQ CQ de MYCALL MYCALL MYCALL PSE K. Alle relevanten Sendebefehle stehen in eckigen Klammen. MYCALL - also mein Rufzeichen-musste ich am Anfang der Installation mal eingeben auch meinen Loactor und das QSO.... auch den Namen des QSO-Partners.

Das holt sich das Programm mit den Befehlen wieder.

Den zweiten grünen Button habe ich mal "Anruf" genannt. Den Namen kann man ganz unten ändern.  In TX und RX ist eingebettet: CALL CALL DE MYCALL MYCALL pse kn.

Das Call des anderen Partners muss aber im QSO-Feld ganz oben eingetragen sein.

Zur Erinnerung mit der linken Maustaste auf das Callsign des Partners klicken.

Den dritten Button habe ich mal "lang" genannt. Darin gebe ich einiges über mich preis. Z.B. mein QTH oder mein Radio und was ich für den QSL-Austausch anbiete. Kann man individuell anpassen.

Wie hast du das verstanden?, steht ganz unten und BTU Back to you- AKÜFI lässt grüßen.  Möchte der Teilnehmer eher ein kurzes QSO, habe ich auf den 4. Button eins gelegt mit nur 599 Name und 73. Vielleicht sollte man die vielen Buttons auch noch für deutsche QSO's nutzen.

Natürlich wird das QSO mit einem ordentlichen Ende abgeschlossen. Da darf man auch mal eine frohe Weihnacht wünschen. Ich kann auch während des QSO's noch einen Text reinschreiben. Wenn die Aussendung dann stehenbleibt, einfach einmal linke Maustaste.

Noch etwas zum Schluss- the Piper to the end- wenn irgendein Fehler irgendwo steckt, geht der TRX auf Sendung, er hört aber nicht mehr auf zu Senden. Dann gibt es ganz unten rechts einen Notschalter T/R - Transmit/ Receive. Beim Verlassen des Programms muss man zwei mal bestätigen (weil man manchmal vergisst das QSO zu speichern).

Ich würde mich freuen, wenn man mir sagt, ob es verständlich war oder vielleicht auch interessant. 73 de Frank DM5KK

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oder online über fhunger[at]onlinehome.de

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